 ##  [Normalität](/de/node/63878) 

 Definition

Für einen Integritätsbereich R bedeutet Normalität, dass R in seinem Quotientenkörper integralschlossen ist; für ein Schema heißt normal, dass alle lokalen Ringe integralschlossene Integritätsbereiche sind.

 

 

 

 

 

 





## Prinzip

Prinzip

Normalität ordnet sich an der Integrität: Elemente des Quotientenkörpers, die ein normiertes Polynom über R erfüllen, liegen bereits in R. Sie steuert die Erweiterung von Divisoren und das Verhalten in Kodimension eins.

 

 

 

 

 





## Demonstration

Demonstration

Jeder eindeutige Faktorisierungsbereich (UFD) ist normal; der Koordinatenring k[x1,...,xn] und die lokalen Ringe glatter Varietäten sind normal, während z. B. der Kusp-Ring k[t^2,t^3] nicht normal ist und normalisiert werden muss.

 

 

 

 

## Fehlanwendung

Fehlanwendung

Normalität mit Faktorisierbarkeit (UFD) oder mit Regularität zu verwechseln; anzunehmen, integralschlossen zu sein garantiere gute Faktorisierungseigenschaften oder Glattheit, ist falsch.

 

 

 

 

 





## Konsequenz

Konsequenz

Normale Ringe erlauben eine wohldefinierte Divisorenlehre in Kodimension eins, Normalisierungsabbildungen sind unter milden Voraussetzungen endlich, und bestimmte lokale Kohomologie- und Erweiterungsphänomene vereinfachen sich auf normalen Schemata.

 

 

 

 

## Umkehrung

Umkehrung

Nicht-normale Ringe besitzen integrale Elemente, die in R fehlen; ihre Normalisierung führt zu einer endlichen birationalen Erweiterung, die einige Singularitäten behebt, aber mehrere Komponenten erzeugen kann.

 

 

 

 

 





## Abgrenzung

Abgrenzung

Normalität ist primär eine Eigenschaft von Integritätsbereichen (oder von jeder irreduziblen Komponente); bei Nicht-Integritätsbereichen arbeitet man komponentenweise oder mit dem integralen Abschluss im totalen Quotientenring; charakteristikabhängige Besonderheiten sind möglich.

 

 

 

 

 





## Semantische Spannung

Semantische Spannung

Normal vs integralschlossen vs geometrisch normal: integralschlossen in den Quotientenkörper ist die algebraische Definition, während geometrische Normalität Stabilität unter Basiswechsel und Trennbarkeitsbedingungen über nichtperfekte Körper einschließt.

 

 

 

 

 





## Synthese

Synthese

Normalität ist die Eigenschaft, integralschlossen zu sein: sie verbietet 'versteckte' integrale Elemente im Quotientenkörper und ermöglicht eine kontrollierte Divisorenlehre sowie mildere Kodimension-1-Singularitäten.